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Vom Handball und Fatalismus

Gestern Abend war ich ja mal wieder beim Handball. Das Spiel hätte ja fast freundschaftlichen Charakter haben können, standen doch in der gegnerischen Mannschaft mit Schröder, Knorr, Lavrov und Wiechers vier ehemalige SG-Spieler "auf der Platte" und sogar ein Bruderduell (Lijewskis) gab es.
Ging es aber nicht. Also freundschaftlich zu.
Nun gibt es ja den Spruch "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Vielleicht gibt es (ich denke einige wenige) Situationen, in denen man sich einfach eingestehen muss, dass der Kampf verloren gehen wird. Und selbst dann hat man ja noch die Entscheidung, ob mit erhobenem Kopf oder mit "wirtschaftlich eingesätzen Kräften".

Der Feind des Kampfwillens ist ja zum einen Diva-Gehabe, in Selbstmitleid zu zerfließen und dann in Fatalismus zu verfallen: Erst entsetzt darüber sein, dass andere einen einfach nicht so gewähren lassen wie man gerade möchte und sich tatsächlich wehren oder ebenfalls gar bestimmen wollen, wo es lang geht.Unfassbar!!! Dann  damit  hadern, drüber schimpfen, diskutieren, streiten, was ja noch okay ist, weil es a) Luft verschafft und b) noch zeigt, dass Leidenschaft und Wille da ist. Aber es kippt in dem Moment, wo es nur noch durch Selbstmitleid geprägt ist, von hängenden Schultern, wie schrecklich doch die äußeren Umstände sind, wie unerträglich, wie unveränderbar....und dann ist es nicht mehr weit zum Fatalismus.....

So heute in der 1. Halbzeit gesehen....Zum Glück haben sie sich wieder darauf besonnen, dass es sich lohnt zu kämpfen, weil man da selber aktiv werden kann, Dinge selber wieder in die Hand nehmen, steuern kann, äußere Umstände verändern oder wenn nicht, sie aber nicht übermächtig sein müssen oder ewig andauern, sondern sich auch wieder verändern, andere reagieren müssen und man selber agieren kann.
Dies war Gott sei Dank in der zweiten Halbzeit der Fall und führte zum Sieg.

Handball ist ja manchmal wie das richtige Leben ;-)
Sich vom Schicksal und den Umständen vollkommen bestimmen zu lassen, die Hände in den Schoß zu legen und "geschehen lassen", wäre ein weggeworfener möglicher  (!!!) Gewinn oder Genuss. Weiß man's ???

Diese Mal hieß es dann 36:30; ein schöner möglich gewordener Gewinn.

Geschrieben am: 01:43, 7.5.2006
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