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Und wieder durch welche Brille man schaut...

Es gibt so viele verschiedene Brillen, durch die man schauen kann. Das Schwierige dabei ist zu erkennen und zu verstehen oder zu akzeptieren, welche andere auf der Nase haben.

 

Erst kürzlich stellte ich im Gespräch fest, dass selbst offensichtlich traurige Ereignisse auch etwas Positives haben können. Es kommt immer darauf an, aus welcher Perspektive bzw. aus wessen (!) ich es betrachte. Ist es traurig, weil es für mich traurig ist oder ist es eher positiv, weil es für den anderen etwas Gutes hat? Was steht im Vordergrund der Betrachtung: Meine Gefühle und Gedanken oder die des anderen? Es wird dabei aber kein richtig oder falsche geben.

 

Manchmal möchte man auch einem Menschen helfen oder ihn unterstützen, weil man sieht, dass er leidet oder einfach nur vor einem Problem steht und man eine Ahnung oder sogar das Wissen für eine Lösung hat, und man sich mehr oder weniger sicher ist, dass es dem anderen wieder besser gehen könnte danach. Wenn das die Intention ist für das Hilfeangebot, ist es sicher "moralisch okay", trotzdem muss man manchmal akzeptieren, dass die Hilfe ausgeschlagen oder nicht in Anspruch genommen wird. Bei Kindern fällt es uns Erwachsenen oftmals leichter bzw. da forcieren wir es hin und wieder sogar mit dem bedeutungsschwangeren Satz: "Das muss es selber erfahren und merken, wo seine Grenzen sind oder ab wann es weh tut". Unter uns Erwachsenen fällt uns dies oftmals schwerer.

 

Manchmal geht es auch gar nicht darum, dass der andere etwas selber erfahren oder lernen muss oder will, sondern glaubt, ein Hilfsangebot nicht annehmen zu können, weil er damit demjenigen zur Last fallen könnte.

 

Manchmal möchte man auch einfach keine Hilfe. 

Manchmal kann man keine Hilfe annehmen. 

Manchmal bietet man Hilfe aus Eitelkeit an.

 

Ich habe mich schon in vielen dieser verschiedenen "Rollen" wiedergefunden, aber es ist immer wieder schwierig, gerade die Rolle des anderen dabei zu entschlüsseln und zu verstehen und vor allem zu akzeptieren.

 

Ich bin froh, dass man mich hin und wieder durch eine andere Brille schauen läßt und damit meinen "Horizont" immer wieder erweitert.

Danke Dir.  


Geschrieben am: 18:42, 31.8.2005
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