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Lügen

Mit Lügen habe ich so meine Erfahrungen gemacht.
Sicher, ich habe auch schon selber gelogen, kleine Notlügen, die wohl nahezu jedem von uns schon mal über die Lippen gegangen sind, auch schon größere, mit denen ich sehr verletzt habe und um die es mir heute noch leid tut.
Und ich bin schon diverse Male angelogen worden. Also sollte man meinen, es geschah mir zurecht ? Wenn die Theorie zutrifft, habe ich wohl mehr als genug "gesühnt".
 
Abgesehen von solchen Rache- oder man-bekommt-alles-zurück-Theorien,  finde ich es unglaublich, wenn der Lügner glaubt, man sei einfach zu dämlich, einfältig,  blind oder ähnliches , seine Lüge zu durchschauen bzw. sogar daran festhält, wenn das Kartenhaus  schon zusammenfällt.  Wenn man lügt, will man doch meistens etwas verbergen, meistens nichts Gutes für den anderen, selten handelt es sich wohl um bevorstehende Geburtstagsüberraschungen....

Wenn dann nachgefragt wird, sei es weil es die Intuition ist, die einem ein Alarmglöckchen (oder auch ganze Kirchenglocken...) klingeln läßt oder weil man den anderen schon so gut kennt, oder einfach nur mißtrauisch ist, sich womöglich dann Ereignisse zusammenfinden, sogar "Beweise" auftauchen und es wird trotzdem an der Lüge festgehalten, dann finde ich das schon ziemlich heftig.

Noch schwieriger, wenn man den anderen nicht bloßstellen möchte und ihn des Lügens nicht regelrecht überführen möchte, sondern einfach hofft, dass er aufnochmaliges Nachfragen und der Aneinanderkettung bestimmter Umstände, die bestimmte Schlüsse zulassen, die Möglichkeit wahrnimmt sozusagen aus freien Stücken mit der Wahrheit herauszukommen.

Hier wäre nämlich der Moment, in dem man Farbe bekennen sollte und erklären sollte, was einen zu dieser Lüge getrieben hat, wenn es nicht ganz eindeutig ist. In vielen Fällen kann man dann darüber diskutieren, ob es eine ziemlich unnütze, vielleicht von Überbesorgnis geleitete Lüge war, ob weiteres Vertrauen möglich ist oder ob der Vertrauensbruch tatsächlich zu groß war.
Besonders heftig wird es, wenn einem dann als "Nachfrager" und""Lügenentdecker" suggeriert wird, man habe "Verfolgungswahn" und sei manisch mißtrauisch. Ganz schlimm, wenn das so überzeugend gemacht wird, dass man zumindest darüber nachdenkt, ob es zutreffend sein kann.

Eine harte Schule, aber sie hat gelehrt.


Geschrieben am: 20:42, 8.4.2006
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